Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Günther von Bünau (1522-1576)

01.07.2016

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: Radmila Prchal Pavlíčková

Also hat er auch nicht leichtfertiger weise, vnser Religion angenommen – Konversion in einer lutherischen Leichenpredigt

Günther von Bünau (auf Tetschen und Lauenstein) [1/3]

In den Abendstunden des 17. Novembers 1576 verstarb Ritter Günther von Bünau, Herr auf Tetschen (tschech. Děčín) und Lauenstein. Acht Tage später hielt der hiesige Pfarrer und humanistische Historiograph Martin Boreck[1] bei seinem Begräbnis in der Tetschener St. Wenzel und St. Blasius-Pfarrkirche eine Leichenpredigt. Im folgenden Jahr ließ er diese unter dem Titel "Eine Christliche erinnerung von dem seligen Abschiedt" in Leipzig drucken. Zum zentralen Thema machte er das Suchen, Finden und Beibehalten des wahren (lutherischen) Glaubens im Kontext der Auslegung von Luthers Rechtfertigungslehre.[2]

Günther von Bünau stammte aus einem sächsischen Adelsgeschlecht, das im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts, wie eine ganze Reihe von anderen Adelsfamilien, einen Komplex aus Herrschaftsgütern auf beiden Seiten des Erzgebirges - in Sachsen sowie im benachbarten Böhmen - geschaffen hatte.[3] Der Sitz der Linie, der Günther entstammte, war zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Burg Lauenstein auf der sächsischen Seite der Grenze; nach dem Kauf von Tetschen übersiedelte der Familienzweig 1534 nach Nordböhmen. Während sich sein Vater Rudolf zum Katholizismus bekannte und es ablehnte, den alten Glauben zu verlassen, trat Günther, Herr auf Lauenstein und seit 1554 auch auf Tetschen, irgendwann vor 1559 zum Luthertum über.[4] Sein Aussehen in jungen Jahren kennen wir aus der Renaissance-Porträtgalerie, mit welcher sein Vater die Innenräume des Tetschener Sitzes im Jahre 1539 verzieren ließ und welche uns in Kopien in Gemälden aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert erhalten blieb.[5]

Die Reformation, mit der konfessionelle innerchristliche Pluralität und Konkurrenz in das westchristliche religiöse Leben eintrat, brachte eine qualitativ neue Gestalt von Glaubenswechseln mit sich. Die Konversion stellte seither nicht nur die Bekehrung von Ungläubigkeit zum christlichen Glauben oder die Rückkehr von der Häresie zur katholischen Kirche dar, sondern auch den Übertritt von einer westchristlichen Konfession zu einer anderen. Die Menschen der Frühen Neuzeit wurden auf Schritt und Tritt durch die Konversion begleitet. Der Gläubige war einer Suche nach Erlösung im konfessionell uneinheitlichen Milieu mit mehreren Alternativen ausgesetzt und von Furcht vor einer falschen Wahl und damit verbundener ewiger Verdammnis verfolgt. Die Gründe für eine Konversion waren jedoch in der Praxis viel komplexer - neben dem Streben nach Erlösung spielte hier ein oftmals kompliziertes Gemenge von politischen, sozialen, familiären und beruflichen Gründen eine Rolle.

Schauen wir uns nun an, wie der Prediger Günthers Konversion darstellt, welche Themen und Motive er bei deren Beschreibung in die Leichenpredigt mit einschloss. Hauptgedanken der Predigt als Ganzes sind einerseits die Ars moriendi, also die Beschreibung der Kunst des guten Sterbens und des Ideals der lebenslangen Vorbereitung auf den Tod, andererseits die Auslegung der lutherischen Erlösungsauffassung.[6] Luthers Rechtfertigungslehre wird in Kontrast zur katholischen Vorstellung von der Wichtigkeit der guten Werke gesetzt, indem sich der Prediger gegen die fehlerhafte Lehre der Römischen Clerisey verwahrt. Gerade in diesen Kontext - unter ständiger Betonung der Erlöserrolle Christi, der Notwendigkeit des wahren Glaubens und des völligen Vertrauens auf die Vergebung der Sünden durch den Tod Christi - ist der Bericht über die Konversion des Verstorbenen eingebettet.

In einer Zeit, in der religiöse Auseinandersetzungen in Mode waren, habe sich Günther in solch wichtigen Sachen, so die Christliche Lere betreffen, ohne die erforderlichen Informationen nicht entscheiden wollen. Der Prediger erklärt, von Bünau habe nicht leichtsinnig, aus einem fürwitz, einen Glauben annehmen wollen, welchen er noch selbst nicht kennete. Leichtsinnigkeit in Glaubenssachen und -wechsel führen der Meinung Borecks nach zur Unbeständigkeit. Wer aber sich wol besindt vnd bedenckt, wil seiner sachen gewis sein, vnd ein fester grundt haben, der bestehet gern vnd beharret bis ans Ende. Ein Christ, der sich alles gut überlegt und den Wechsel seines Glaubens auf einer festen Grundlage gründet, wird vom Prediger mit Obst verglichen, das lange aushält, wenn es lange reift.[7] Günther von Bünau habe also vnser Religion nicht unreflektiert angenommen, sondern er habe alles gut durchdacht und erwogen, gleichzeitig Gott den Herrn von gantzen hertzen angeruff[en], vnd mit steten seufftzen gebeten, das Gott der Herr jme seine Sünde vergeben, auch sein hertz, muth vnd sinn, zur warheit leiten vnd führen wolte.

Neben der Rolle der Gnade Gottes, der Besonnenheit und einer gewissen Verantwortung beim Glaubenswechsel stellen weitere wichtige Motive in der Erzählung des Predigers das Selbststudium des Verstorbenen und dessen kritische theologische Einstellung dar. Günther von Bünau habe beide Lehren, also den katholischen sowie lutherischen Glauben, gelesen, erwogen, mit der Heiligen Schrift verglichen und schließlich festgestellt, dass vnser Kirchen Lehr vnd Bekentnus mit der heiligen Schrifft vber ein stimbte. Erst dann sei er endlich vom Bapst vnd seinem hauffen zu vns getretten. Er habe seinen Glauben öffentlich bekannt und ihn angenommen, ungeachtet dessen, das er vmb solchs Bekentnus willen viel vngunst, auch grosse gefahr jme vnd seiner herrschafft auff den hals ziehen möchte. Dank seiner Umsicht beim Konfessionswechsel und der festen Grundlage in der Glaubenslehre, die er durch fleißiges Studium erlangte, habe er diese nie verleugnet; er sei in wahrer bekentnis vnd anruffung Christi gestorben, und zudem habe er den wahren Glauben auch auf sein Herrschaftsgut gebracht: Solche reine Göttliche Lehre, so wir Gott lob noch heutiges tages in vnser Kirchen haben.

Die Beschreibung der Konversion beruht auf einigen Schlüsselmotiven, die auch in anderen lutherischen Leichenpredigten aus dieser Zeit gefunden werden können. Neben der Bedeutung der Gnade Gottes und der Erleuchtung durch den Heiligen Geist, mittels derer der Konvertit Gottes Wahrheit erkennen und den Übertritt vom "falschen" Glauben zum Evangelium durchführen sollte, wird hier von Bünaus eigener Einfluss auf die Entdeckung des "wahren" Glaubens mit Hilfe des Bibellesens und einer kritischen Bewertung der Bibelauslegung in beiden Konfessionen stark akzentuiert. Die Verfasser berichten oft, wie die Verstorbenen in Kontakt mit dem Luthertum kamen, vielmals durch eine Predigt (in der Leichenpredigt auf Günther spielt die weite Verbreitung religiöser Auseinandersetzungen eine besondere Rolle), und anfingen, an ihrem Glauben zu zweifeln. Der unsicher gewordene Mensch habe dann lange selbst geforscht, Predigten gehört, mit Pfarrern gesprochen und alles gründlich durchdacht. Ein Konvertit entscheide sich nicht vnbesonnen, leichfertig aus furwitz,[8] nicht aus leichtfertigkeit oder einiges gewins oder nutzes halben,[9] sondern aus gutem bestendigem Grund.[10] Die Konversion wird nicht im paulinischen Sinne als plötzliche Erleuchtung geschildert.[11] Sie ist ein Werk von anspruchsvoller intellektueller Arbeit, ein auf Selbststudium, Analyse, Vergleich und kritischer Erwägung beruhender Prozess, und wird schließlich als durchdachter Akt und Tat, die auf guten theologischen Grundlagen basiert, präsentiert. Von Günther behauptet Boreck ausdrücklich: Also hat er auch nicht leichtfertiger weise, vnser Religion angenommen, sondern die sache gar wol betracht vnd bedacht. Das Ergebnis dieser intellektuellen Anstrengung ist die Glaubensfestigkeit, die ein weiteres Standardmotiv der Konvertitenstilisierung in Leichenpredigten darstellt. Dank der Glaubensfestigkeit bleibe der Konvertit tief in seinen Überzeugungen verankert, er verleugne die erfahrene Wahrheit nicht einmal in Schwierigkeiten und bewahre diese bis zu seinem Tod.[12]

Die Konversion selbst wird als eine Grenzüberschreitung konstruiert, also als Verlassen des alten Glaubens und Übergang zu einem anderen.[13] Ein wichtiges Motiv stellt dabei, neben den bereits genannten, deren öffentliche Annahme dar - die Prediger beschreiben in der Regel nicht den formalen Akt, mit dem es zum Glaubensübertritt kam, sondern drücken dessen Öffentlichkeit aus. Günther wird wegen der öffentlichen Bezeugung seiner religiösen Zugehörigkeit als Vorbild hingestellt, denn er habe mit seiner Familie oft die Kirche besucht, die Predigten gehört und öffentlich das Abendmahl empfangen - und zwar nicht in dem Privatraum seines Wohnsitzes, sondern in der Kirche während der Versammlung der Gläubigen, vnd hiermit für Gott vnd für der Welt zuuersiehen geben, zu welcher Religion er sich bekennete. In Leichenpredigten auf Regenten betonen die Prediger darüber hinaus die Einführung der Reformation auf den jeweiligen Herrschaften. Gleiches gilt auch für Günther, der es nach seiner Konversion angestrebt habe, dass auch seine Untertanen den Weg zum wahren Glauben finden können. Zu diesem Zweck, so Boreck, lud er lutherische Prediger auf seine Herrschaftsgüter ein und gründete Schulen.

Weil Konversionen zum üblichen Bestandteil des alltäglichen Lebens wurden, fanden sie einen Weg in viele Quellen hinein, die hilfreich sein können, uns der Religiosität des Menschen der Frühen Neuzeit anzunähern. Das größte Interesse der Historikerinnen und Historiker erwecken in diesem Zusammenhang Konversionsberichte, meistens autobiographische Erzählungen über den eigenen Konfessionswechsel in der Form eines Traktats, einer Predigt, Vita, Revokationspredigt oder ähnlichen Texten, deren Erforschung etwa in den letzten fünfzehn Jahren eine außergewöhnliche Dynamik erlebt.[14]

Zu solchen Konversionserzählungen können auch Leichenpredigten als Fremdberichte über derartige Glaubenswechsel gezählt werden. Bei der Analyse müssen jedoch Gattungsspezifika Beachtung finden, die die Konversionskonstruktion in diesem Quellentyp beeinflussen. Allem voran entstand die Leichenpredigt primär nicht, um die Konversion zu erklären und zu preisen, wie es bei den traditionellen Konversionsberichten der Fall ist. Sie entstanden oft auch mit einem großen zeitlichen Abstand zum beschriebenen Ereignis; bei Günther von Bünau etwa waren mindestens zwanzig Jahre seit seinem Glaubenswechsel vergangen. Die Konversion stellt in den Leichenpredigten zudem nicht das Ziel des Lebensweges dar, sondern wird als ein Mittel zur Konstruktion des öffentlichen Bildes des Verstorbenen nach seinem Tod genutzt. Weiter wird die Konversion in der Leichenpredigt im Kontext des ganzen Lebens dargelegt, das bereits zu seinem Höhepunkt gekommen war - zum guten Tod im wahren Glauben. Leichenpredigten interpretieren somit - im Unterschied zu anderen Konversionsberichten, die oftmals einer Darstellung des Lebens nach der Konversion entbehren[15] - den Bekenntniswechsel im Zusammenhang mit dem ganzen Leben und insbesondere im Kontext des Todes und der seelischen Erlösung.

Gerade die Beschreibung des Sterbens und des Todes stellt in der untersuchten Leichenpredigt die zweite und letzte biographische Information über Günther dar. Martin Boreck skizziert die letzten Tage und Stunden des Sterbenden relativ knapp und zählt die traditionellen Elemente eines "guten" Todes auf - den Abschied von der Familie, die Ablegung der Beichte und Kommunion, die die Bestattung des Körpers betreffenden Anweisungen. Den Akzent legt er nicht auf eine detaillierte Wiedergabe der Sterbebettereignisse, sondern auf die wiederholte Erklärung, von Bünau sei in wahrer bekentnis vnd anruffung des Sons Gottes gestorben. Günthers Leben ist in der Auffassung des Predigers auf zwei Schlüsselgeschichten aufgebaut, die für seine Erlösung wichtig sind: Die erste ist die Bekehrung zum wahren Glauben, die andere die Bewahrung dieses Bekenntnisses bis zum Lebensende und der Übergang ins Jenseits im Einklang mit diesem Glauben.

Die Konversion wird in Leichenpredigten - im Gegensatz zu anderen Konversionsberichten - durch den Tod als Erfolgsgeschichte bestätigt, denn der Verstorbene konnte in rechtem waren erkentnis Jesu Christi vnd mit entpfahung des H. Abendmahls sterben.[16] Ein wichtiges Spezifikum stellt auch die Tatsache dar, dass der Verfasser der Predigt immer ein Pfarrer war, also eine in Glaubenssachen gebildete Autorität, oft Zeuge des Sterbens und des Todes und manchmal sogar Zeitzeuge der Konversion, deren Auftrag es war, eine Leichenpredigt zusammenzustellen, welche einige "klassische" Funktionen erfüllte: Sie sollte die Hinterbliebenen trösten und belehren sowie eine gute, exemplarische Erinnerung an den Verstorbenen schaffen.

Was verbindet die Beschreibungen in den Leichenpredigten mit den traditionell genutzten Konversionsberichten? In erster Linie ist es deren eindeutige Diskursivität. Konversionen werden in Leichenpredigten trotz aller individuellen Motive, die sie enthalten können, nach einer einheitlichen Grundstruktur konstruiert. Auch im vorliegenden Fall handelt es sich um "überprüfte" stabile Kommunikationsmuster, normierte Aussagen, die sich als fest definierte kommunikative Lösungen für die Art und Weise etablierten, wie von Konversionen erzählt werden soll.[17] Es geht in diesen Schriften deswegen eher um eine Beschreibung der Zeitnormen und -vorstellungen von Konversion, als um eine Beschreibung individueller, zur Konversion führender Motive oder deren Erleben.

Leichenpredigten waren Bestandteil der Familien-(Geschlechts-)Kommemoration und sollten das Gedächtnis wichtiger Ereignisse bewahren. Es ist nur selten schriftlich direkt belegt, dass Leichenpredigten in der Familie wirklich aufgehoben und gelesen wurden. Einen solchen vereinzelten Beleg stellt nun gerade das einzige erhaltene Exemplar der Leichenpredigt auf Günther von Bünau dar. Sie enthält eine Zuschrift, dass Günthers Sohn Heinrich von Bünau auf Tetschen (1555-1614) die Predigt am 1. April 1613, anderthalb Jahre vor seinem Tod, gelesen habe, wobei er notierte: Gedult überstindet alles.[18]

Günther von Bünau begründete durch seine Konversion eine neue konfessionelle Familienidentität. Zu den historischen Paradoxa gehört dann sicher auch, dass Günthers gleichnamiger Enkel (1604-1659) wegen seines lutherischen Glaubens nach 1627 die Herrschaft Tetschen verkaufen, das Königreich Böhmen verlassen und zurück nach Sachsen ins Exil gehen musste.[19]

 

Dr. RADMILA PRCHAL PAVLÍČKOVÁ ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophischen Fakultät der Palacký-Universität Olomouc (Tschechische Republik).

Die vorliegende Studie entstand mit der Unterstützung des Projekts "Konversion und ihre Bedeutung in der frühneuzeitlichen Gesellschaft" (Palacký-Universität Olomouc, IGA_FF_2015_042). Die Autorin bedankt sich herzlich bei der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, der Forschungsbibliothek Gotha und der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.

Übersetzung: Hana Jadrná Matějková

Abbildung (Porträt Bünau): Sammelgegenstand des Tschechischen Nationalmuseums, Prag (Národní muzeum, Praha), Inventar-Nr. H2-64 167/a.
Familienporträtgalerie Schloss Tetschen (Děčín)

 

Bestand: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Signatur: H.Sax.D. 431

 

Anmerkungen:

[1] Zur Person siehe Johann Heinrich Zedler (Hg.), Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Bd. 4, Leipzig/Halle (Saale) 1732 (ND Graz 1961), Sp. 728; František Šuman (Hg.), Rytíři z Bünau v Čechách a Sasku, Děčín 2006, S. 16; siehe auch URL: https://thesaurus.cerl.org/record/cnp01117193 (Zugriff: 24.05.2016).

[2] Martin Boreck, Eine Christliche erinnerung von dem seligen Abschiedt des Edlen/ Gestrengen vnd Ehrnuesten Herrn Günter von Bünaw/ auff Tetschen vnd Lawenstein/ welcher zu Dresden den 17. Nouembris im 1576. Jar in Christo verschieden vnd seliglich entschlaffen/ Gethan zu Tetschen den 25. tag Monats Nouembris [...], Leipzig 1577 (VD16 ZV 21223).

[3] Václav Bůžek, Der Adel im böhmisch-sächsischen Grenzraum zu Beginn der Neuzeit, in: Martina Schattkowsky (Hg.), Die Familie von Bünau. Adelsherrschaften in Sachsen und Böhmen vom Mittelalter bis zur Neuzeit (Schriften zu sächsischen Geschichte und Volkskunde 27), Leipzig 2008, S. 73-94.

[4] Martina Schattkowsky, Grenzüberschreitungen. Fallstudien zu Herrschaftserfahrungen der Familie von Bünau im 17. Jahrhundert, in: ebd., S. 275-294, v.a. S. 281.

[5] Hana Slavíčková/Lubomír Sršeň, Die Renaissance-Porträts der Ritter von Bünau auf Schloss Tetschen (Děčín), in: ebd., S. 461-482, v.a. S. 471f.

[6] Irene Dingel, "Recht glauben, christlich leben und seliglich sterben." Leichenpredigt als evangelische Verkündigung im 16. Jahrhundert, in: Rudolf Lenz (Hg.), Leichenpredigten als Quelle historischer Wissenschaften, Bd. 4, Marburg 2004, S. 9-36.

[7] Die relativ ungewöhnliche Metapher kann wohl als eine den Zuhörern gut verständliche Anspielung auf Günthers Unterstützung des Obstbaus und die Gründung von Obstgärten erklärt werden. Rudolf Wolkan, Studien zur Reformationsgeschichte Nordböhmens. Die Ritter von Bünau und die Reformation in Tetschen, in: Jahrbuch für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 4 (1883), S. 145-167, v.a. S. 157.

[8] Basilius Unger, Zwo Predigten, Eine Bey der Leich Des hochgebornen Herrn Wilhelmen Grauen vnd Herrn zu Hennenberg etc., [Jena] 1559 (VD16 U 165; Forschungsbibliothek Gotha, Theol 4° 00947 (01)), Digitalisat der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, Permalink (Werk): http://archive.thulb.uni-jena.de/ufb/rsc/viewer/ufb_derivate_00000385/Theol-4-00947-01_001.tif (Zugriff: 24.05.2016).

[9] Johann Gese, Historia vnd kurtzer Bericht von dem Christlichen vnd seligem Abschied aus diesem elenden Leben/ weiland des Durchleuchtigen/ Hochgebornen Fürsten vnd Herrn/ Herrn Joachim Fürsten zu Anhalt etc. den 6. Decembris/ Anno 1561 [...] Sampt einer folgenden Leichpredigt [...], Wittenberg 1562 (VD16 G 1680; Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (im Folgenden HAB Wolfenbüttel), 218.2 Quod (26)), Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) (im Folgenden ULB Sachsen-Anhalt), PURL (Werk): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-272387 (Zugriff: 24.05.2016).

[10] Justus Menius, Leichpredigt aus dem CXXVI. Psalm zur Erinnerung Was des gebornen Kurfürsten zu Sachsen etc. Johans Friederichs/ gottseliger vnd hochlöblicher Gedechtnis/ Landschafft vnd vnterthanen/ an S.K.f.G. bey leben derselbigen/ gutes gehabt [...], Jena 1554 (VD16 M 4575; Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (im Folgenden SLUB Dresden), H.Sax.B.156,9), Digitalisat der Staatsbibliothek Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PURL (Werk): http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000675E00000000 (Zugriff: 24.05.2016).

[11] Ähnlich analysiert Gesine Carl bei der Erforschung von Erzählungen über jüdische Konversionen, vgl. Gesine Carl, Zwischen zwei Welten? Übertritte von Juden zum Christentum im Spiegel von Konversionserzählungen des 17. und 18. Jahrhunderts (TROLL 10), Hannover 2007, S. 528.

[12] Mit dem Konversionsnarrativ beschäftige ich mich in der demnächst erscheinenden Studie: Konversionserzählung. Bekehrungsmotiv in lutherischen Leichenpredigten des 16. Jahrhunderts (im Druck).

[13] Alexander Schunka, Transgressionen. Revokationspredigten von Konvertiten im mitteldeutschen Raum im 17. Jahrhundert, in: Ute Lotz-Heumann/Jan-Friedrich Mißfelder/Matthias Pohlig (Hg.), Konversion und Konfession in der Frühen Neuzeit (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 205), Gütersloh 2007, S. 491-516.

[14] Eine Übersicht über die Konversionsforschung bietet z.B. Ricarda Matheus, Konversionen in Rom in der Frühen Neuzeit. Das Ospizio dei Convertendi 1673-1750 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 126), Berlin/Boston 2012.

[15] Carl, Zwischen zwei Welten (wie Anm. 11), S. 223f.

[16] Siegfried Sack, Leÿchpredigten Etlicher Herrn des Hoch vnd Ehrwirdigen Thumbcapittels/ des Primat vnd Ertzstiffts Magdeburgk [...], Magdeburg 1592 (VD16 S 1203; HAB Wolfenbüttel, 183.3 Theol), Digitalisat der ULB Sachsen-Anhalt, PURL (Werk): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-267950 (Zugriff: 24.05.2016).

[17] Vgl. Sarah Horstkamp, Konversionsschriften zwischen Muster und Variation - Zwei protestantische Fallbeispiele, in: Jürgen Macha/Anna-Maria Balbach/Sarah Horstkamp (Hg.), Konfession und Sprache in der Frühen Neuzeit. Interdisziplinäre Perspektiven (Studien und Text zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit 18), Münster u.a. 2012, S. 85-97; Ute Lotz-Heumann, Konversionserzählungen im frühneuzeitlichen Irland zwischen "kommunikativem Muster" und "Individualität", in: Dies./Mißfelder/Pohlig (Hg.), Konversion und Konfession (wie Anm. 13), S. 517-545; Bernd Ulmer, Konversionserzählungen als rekonstruktive Gattung. Erzählerische Mittel und Strategien bei der Rekonstruktion eines Bekehrungserlebnisses, in: Zeitschrift für Soziologie 17 (1988), S. 19-33; Thomas Luckmann, Kanon und Konversion, in: Aleida Assmann/Jan Assmann (Hg.), Kanon und Zensur. Beiträge zur Archäologie der literarischen Kommunikation (Archäologie der literarischen Kommunikation 2), München 1987, S. 38-46.

[18] Boreck, Eine Christliche erinnerung (wie Anm. 2). Die Zuschrift befindet sich in dem einzigen erhaltenen Exemplar der Leichenpredigt in der SLUB Dresden, H.Sax.D. 431.

[19] Schattkowsky, Grenzüberschreitungen (wie Anm. 4), S. 282f.

 

Zitierweise: Radmila Prchal Pavlíčková, Günther von Bünau (1522-1576). Also hat er auch nicht leichtfertiger weise, vnser Religion angenommen – Konversion in einer lutherischen Leichenpredigt, in: Leben in Leichenpredigten 07/2016, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/guenther-von-buenau-1522-1576.html>

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